Spitzfuss Theapie

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Erfahrungsbericht von Tanja

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11 Jahre 4 Wochen her #15 von TanjaK
TanjaK erstellte das Thema Erfahrungsbericht von Tanja
Unser Weg zum "verschwundenen" Spitzfuß
Unser Weg ins BZ Aschau führte uns ohne direkte Umwege dorthin.

Nachdem wir für unsere Tochter Alina die Diagnose „rechtsseitige Hemiparese armbetont" erhalten haben, habe ich mich zunächst eingehend bezügl. der Therapieformen informiert. Noch bevor überhaupt feststand, dass Alina einen Spitzfuß entwickeln würde und somit Hilfsmittel benötigt, stellten wir uns die Frage, ob wir dafür dann nicht nach Aschau fahren sollten.

Als Alina dann mit ungefähr 19 Monaten anfing zu stehen und sodann 2 Monate später anfing an den Möbeln entlang zu laufen, war klar, dass sie Orthesen benötigt, denn der Fuß auf der hemiparetischen Seite war eindeutig in Spitzfußstellung.

Da wir aus Düsseldorf kommen, forschte ich zunächst, ob es Vergleichbares zu Aschau in unserer Nähe gibt - leider negativ. Ich wollte uns und natürlich auch insbesondere Alina einen Ärztemarathon ersparen. Zu oft hatte ich Erfahrungsberichte von Eltern gelesen, die mit der Orthesenversorgung mehr als unzufrieden waren, Erfolge ausblieben, OP's notwendig und sogar Botox-Gaben angedacht wurden. Dies alles wollten wir nicht.

Ich rief dann im Juli 2006 im BZ Aschau an, um mich zunächst einmal zu erkundigen, ob Alina für eine dortige Behandlung überhaupt schon in Frage käme, denn sie konnte zu diesem Zeitpunkt ja lediglich an Möbeln oder an der Hand gehalten laufen. Das freie Laufen war eindeutig aufgrund der Spitzfußstellung nicht möglich. Das Sekretariat von Frau Dr. Baise gab mir die Auskunft: Eine Behandlung ist auf jeden Fall schon möglich, denn: JE KLEINER DER FUSS, UMSO MEHR KANN MAN MACHEN. Relativ schnell bekamen wir dann einen Termin für Mitte September.

Wir waren ziemlich aufgeregt, als wir nach Aschau fuhren und wir setzten sehr hohe Erwartungen in diese Behandlung. Und diese wurden in keinster Weise enttäuscht.

Zunächst einmal wurde Alina von Frau Dr. Baise eingehend untersucht. Mitarbeiter der Firma Pohlig waren ebenfalls direkt anwesend. Alinas rechter Fuß war noch gut beweglich und ließ sich gut in die Normalstellung bringen. Außerdem wurde eine Knick-Senk-Fußstellung diagnostiziert. Die Bereitschaft zum freien Laufen war vorhanden, jedoch aufgrund der Spitzfußstellung nicht möglich. Alina bekam daraufhin eine Unterschenkel-Orthese verordnet, welche zunächst konsequent 6 Wochen Tag und Nacht getragen werden sollte. Im Anschluß daran sollte sie eine Ringorthese bekommen. Voraussetzung für die Behandlung mit der US-Orthese ist allerdings, dass noch nicht mit Botox behandelt wurde. Das war ja bei uns nicht der Fall. Mir wurde gesagt, nach 6 Wochen sei der Spitzfuß „verschwunden". Dies konnte ich ja gar nicht glauben....

Nach der Untersuchung ging es sofort in den Gipsraum und bereits am übernächsten Tag sollte die Orthese fertig sein...

Freitags ging es dann nach Traunstein zur Firma Pohlig und die Orthese wurde angepaßt. Zwar hatten wir anfangs ein paar Probleme mit Druckstellen. Diese bekam unserer Orthopädie-Techniker aber schnell und gut in den Griff.

Alina hat die US-Orthese von Anfang an gut akzeptiert. Es war fast so, als hätte sie diese schon immer getragen. Sie bekam ein hübsches Paar Orthesen-Schuhe verpaßt und konnte nach ungefähr 3 Wochen frei laufen. Zur gleichen Zeit war auch der Spitzfuß bereits „verschwunden" ... Ich konnte es kaum glauben!

Ende Oktober 2006 fuhren wir dann wieder nach Aschau und stellten Alina vor. Der Spitzfuß war komplett „verschwunden". Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Wir hatten es ja gar nicht zu hoffen gewagt, dass alles so reibungslos verlaufen würde, nachdem wir ja auch die einen oder anderen weniger positiven Erfahrungen anderer Betroffenen gehört hatten. Es bestand gar kein Zweifel mehr daran, dass wir mit dem BZ Aschau die richtige und beste Entscheidung getroffen haben.

Im Oktober 2006 bekam Alina dann auch direkt ihre Ringorthese für tagsüber verordnet. Die US-Orthese muß seitdem nur noch nachts getragen werden. Auch das Anfertigen und Anpassen der Ringorthese verlief ohne weitere Probleme.

Die Ringorthese kann in „normalen" Schuhen getragen werden. Für eine vom Kaufrausch besessene Mutter ein überaus angenehmer Nebeneffekt ...

Im Februar diesen Jahres waren wir dann wieder im BZ Aschau. Dieses Mal mußten die Orthesen angepaßt werden. Alina war ordentlich gewachsen. Erst da fiel mir auf, dass in diesem Wachstumsschub der Spitzfuß nicht wiedergekommen war. Dies kann nämlich bei jeden Skelettwachstum geschehen, was dann allerdings nur zur Folge hätte, dass die US-Orthese wieder 6 Wochen Tag und Nacht getragen werden müßte.

Auch wurde im Februar die Hüfte geröntgt. Diese sollte einmal im Jahr kontrolliert werden.

Unseren nächsten Termin haben wir jetzt Anfang September.

Alina fängt jetzt an Treppen zu steigen und auch an zu rennen. Damals, bei unserem ersten Termin, wurde mir in Aschau gesagt: „Ihre Tochter wird irgendwann mal auf Bäume klettern können." Schaue ich mir ihre mobile Entwicklung seit unserem ersten Termin in Aschau an, glaube ich heute ganz fest daran!

Etwas enttäuscht bin ich, dass wir bei der Suche nach der richtigen Behandlung für unsere Tochter keinerlei Hilfe und Rat von unseren Ärzten oder Therapeuten erhalten haben. Hätten wir nicht auf eigene Faust recherchiert, hätten wir Alina diese überaus erfolgreiche Behandlung nicht zugute kommen lassen und wer weiß, was sie dann erwartet hätte. Es ist zwar ein etwas weiterer Weg von Düsseldorf aus nach Aschau und oft treffen wir in unserer Umgebung auch auf Unverständnis, aber wir nehmen es sehr gerne in Kauf.

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